Bill Hybels
Bill Hybels ist Gründer und Pastor der Willow Creek Community Church in South Barrington, bei Chicago. 20.000 besuchen wöchentlich den Gottesdienst der Gemeinde, die besonders die Menschen ansprechen möchte, die mit Glaube und Kirche nicht vertraut sind. Seit mehreren Jahren veranstaltet die Willow Creek-Gemeinde in Deutschland und der Schweiz Kongresse für kirchliche Mitarbeiter, auf denen das erfolgreiche Gemeindemodell aus South Barrington vorgestellt sowie Führungsfragen in Kirche und Gemeinde thematisiert werden. Der nächste Willow-Leitungskongress mit Bill Hybels findet vom 28.-30. Januar 2010 in der dm-Arena Karlsruhe statt und wird live nach Winterthur übertragen. Rund 7.000 Besucher werden dazu erwartet. Infos: www.willowcreek.de
Bill Hybels ist seit langem der Hour of Power verbunden und war schon häufig als Redner in der Crystal Cathedral. Die Journalistin Verla Gillmore Wallace hat anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Willow Creek-Gemeinde eine Reportage über Bill Hybels verfasst. Sie schrieb: Sein Vater hat bereits sehr früh die Leitungsfähigkeiten seines Sohnes gefördert, indem er ihm außergewöhnlich viel Verantwortung übertrug. „In meinem zweiten Jahr an der High School hat er mich zum Vorarbeiter einer Gruppe von Migranten gemacht, die auf einer unserer Gemüsefarmen arbeiteten“, erzählt Hybels. „Ich musste darauf achten, dass die Arbeit ordentlich erledigt wurde und war auch für die Lohnauszahlung verantwortlich. Das schwierigste dabei war, die vielen verschiedenen und oft so ähnlichen Nachnamen auseinander zu halten. Manche Arbeiter haben sich einfach zwei- oder auch dreimal angestellt, so dass ich oft ein Defizit in der Kasse hatte. Mein Vater hat dann immer nur gesagt: 'Regle das und lass es nicht noch einmal vorkommen.'“
In ihrem gemeinsamen Buch Ins Kino gegangen und Gott getroffen beschreiben Bill Hybels und seine Frau Lynne aber auch, wie Bills früherer Leitungsstil – zu hohe Arbeitsbelastung und unrealistische Erwartungen an die Mitarbeiter – ihre Ehe und auch die Gemeinde fast ruinierte. Es dauerte Jahre, bis die daraus folgenden Probleme wieder behoben waren. Mit der Zeit ist Bill Hybels zwar ruhiger geworden, aber er ist immer noch ein „Macher“. Jeden Morgen wacht er um 5.15 Uhr auf – ohne Wecker. Eine halbe Stunde später sitzt er bereits in seinem Büro und widmet sich dem Bibellesen. Er verbringt 45 Minuten mit verschiedenen geistlichen Disziplinen und hält außerdem Gebetsanliegen schriftlich fest. So kann er sich besser konzentrieren. Sein „Tageshoch“ ist von 6:30 Uhr bis 10:30 Uhr. In dieser Zeit sitzt er an der Predigtvorbereitung. Allerdings gibt er offen zu, dass ihm das nicht immer leicht fällt. Der Grund dafür liegt in der Herausforderung, biblische Wahrheiten ansprechend und überzeugend präsentieren zu müssen, und das vor Menschen, die nicht unbedingt der Meinung sind, dass die Bibel etwas mit ihrem Leben zu tun haben könnte. Ab 10.30 Uhr finden Besprechungen statt, manchmal auch Arbeitsessen während der Mittagspause. Ab 14.30 Uhr erledigt er Korrespondenz und notwendige Telefonate. Routinemäßige Verwaltungsaufgaben gehören nicht gerade zu seinen Lieblingsaktivitäten. Trotzdem nimmt er sich Zeit für einige persönliche Zeilen an Menschen, bei denen er sich bedanken möchte oder die ein Wort der Ermutigung brauchen. Um 16.30 Uhr ist es Zeit für den täglichen Joggingtermin mit einem langjährigen Freund. „Disziplin ist wahrscheinlich meine wertvollste Charaktereigenschaft“, so Hybels. „Wenn ich nach Hause komme, würde ich lieber eine Runde mit meiner Harley drehen, als die Laufschuhe anzuziehen. Aber in 1. Korinther 6, 19-20 steht, dass unser Körper ein Tempel des Heiligen Geistes ist. Da ist Gott eindeutig. Für mich heißt das, dass ich Sport treiben muss, um körperlich fit zu bleiben.“
Woher kommt die Energie für all das? Unter anderem von der Freude, die er in seinem Beruf als Pastor findet. „Meine Lieblingsbeschäftigung ist es, zuzusehen, wie Gott einen Menschen ganz langsam verändert“, sagt Hybels. „Das ist Treibstoff für mein Leben.“ Außerdem hegt er eine große Leidenschaft für die Ortsgemeinde. „Es gibt keine andere Institution auf unserem Planeten, die das schaffen kann, was eine Ortsgemeinde schafft, wenn sie richtig funktioniert“, sagt er. „Läuft eine Gemeinde auf allen Zylindern – Evangelisation, Jüngerschaft, Gemeinschaft, Dienen – dann möchte sich der Einzelne gerne verstärkt einbringen.“
Seine Begeisterung ist immer noch ungebrochen, trotzdem muss er einiges dafür tun, um sein Leben in der Balance zu halten. Am besten entspannen kann er im familieneigenen kleinen Ferienhütte in South Haven, Michigan oder auf einem Segelboot, das ihm ein christlicher Unternehmer zur Verfügung stellt. „Wenn ich das Rampenlicht hinter mir gelassen habe, kann ich mich freimachen von den geistlichen Gefahren, die mein Job als Pastor einer großen Gemeinde mit sich bringt. Ich fühle mich von Gott geliebt und wertgeschätzt. Ich merke, dass das die Aufgabe ist, die Gott mir anvertraut hat und die ich so gut wie möglich gestalten soll. Ich gehe damit verantwortungsvoll um, ohne mich jedoch daran zu klammern.“
Auszug aus einem Artikel in Christianity Today vom 13. November 2000. Mit Genehmigung von Verla Gillmore Wallace und Christianity Today International
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